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Die Geschwister

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oft  gesagt, wie ich durch sie ein ganz anderer Mensch wurde. Beschreiben  kann ich die Schmerzen nicht, wenn ich dann zurück und mein väterliches  Vermögen von mir verschwendet sah!  Ich durfte ihr meine Hand nicht  anbieten, konnte ihren Zustand nicht erträglicher machen.  Ich fühlte zum  erstenmal den Trieb, mir einen nötigen schicklichen Unterhalt zu  erwerben; aus der Verdrossenheit, in der ich einen Tag nach dem andern  kümmerlich hingelebt hatte, mich herauszureißen.  Ich arbeitete--aber  was war das?--Ich hielt an, brachte so ein mühseliges Jahr durch;  endlich kam mir ein Schein von Hoffnung; mein Weniges vermehrte sich  zusehends--und sie starb--Ich konnte nicht bleiben.  Du ahnest nicht,  was ich litt.  Ich konnte die Gegend nicht mehr sehen, wo ich mit ihr  gelebt hatte, und den Boden nicht verlassen, wo sie ruhte.  Sie schrieb  mir kurz vor ihrem Ende--(Er nimmt einen Brief aus der Schatulle.) FABRICE.   Es ist ein herrlicher Brief, du hast ihn mir neulich gelesen.--Höre, Wilhelm-- WILHELM.  Ich kann ihn auswendig und les' ihn immer.  Wenn ich ihre Schrift sehe, das Blatt, wo ihre Hand geruht hat, mein' ich wieder, sie  sei noch da--Sie ist auch noch da!--(Man hört ein Kind schreien.) Daß doch Marianne nicht ruhen kann!  Da hat sie wieder den Jungen unseres  Nachbars; mit dem treibt sie sich täglich herum und stört mich zur  unrechten Zeit.  (An der Tür).  Marianne, sei still mit dem Jungen, oder  schick ihn fort, wenn er unartig ist.  Wir haben zu reden.  (Er steht in  sich gekehrt.) FABRICE.   Du solltest diese Erinnerungen nicht so oft reizen. WILHELM.  Diese Zeilen sind's! diese letzten! der Abschiedshauch des scheidenden Engels.  (Er legt den Brief wieder zusammen.) Du hast recht,  es ist sündlich.  Wie selten sind wir wert, die vergangenen selig-elenden  Augenblicke unseres Lebens wieder zu fühlen! FABRICE.   Dein Schicksal geht mir immer zu Herzen.  Sie hinterließ eine  Tochter, erzähltest du mir, die ihrer Mutter leider bald folgte. Wenn  die nur leben geblieben wäre, du hättest wenigstens etwas von ihr  übrig gehabt, etwas gehabt, woran sich deine Sorgen und dein Schmerz  geheftet hätten. WILHELM (sich lebhaft nach ihm wendend).  Ihre Tochter?  Es war ein holdes  Blütchen.  Sie übergab mir's--Es ist zu viel, was das Schicksal für mich  getan hat!--Fabrice, wenn ich dir alles sagen könnte-- FABRICE.   Wenn dir's einmal ums Herz ist. WILHELM.  Warum sollt' ich nicht-- (Marianne mit einem Knaben.)
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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